11. Schülerkonzert

Rhythmus – Klang – Skulptur


Musik- und Kunstprojekt in Kooperation mit Schulen:
Olivier Messiaen „Turangalîla“-Sinfonie
Robert-Schumann-Philharmonie
Objektkünstler
Kinder und Jugendliche
Leitung GMD Frank Beermann
für alle Altersgruppen


Mittwoch, 16.5., 18.00 Uhr, Stadthalle


In einer Performance präsentieren Schülergruppen die Skulptur, die sie in kreativer Auseinandersetzung mit Olivier Messiaens „Turangalîla“-Sinfonie geschaffen haben.


Einen Pressebericht über das „Turangalîla“-Schülerprojekt finden Sie HIER zum Download.


HIER finden Sie einen Video-Beitrag des Sachsen-Fernsehen über den „Turangalîla“- Workshop im Dr. Wilhelm André-Gymnasium.


Schüler aller Altersklassen dürfen in eine völlig unbekannte musikalische Welt einsteigen, ein außergewöhnliches, gigantisches sinfonisches Werk voll kosmischer Klänge, packender Rhythmen von Tieren, Menschen und Atomen intensiv kennen lernen. Vergleichbar mit unserem Projekt zu „Sheherazade“ werden Musiker in die Schulen kommen, um Olivier Messiaen und seine Komposition vorzustellen und die Schüler wieder zu kreativer Umsetzung zu inspirieren.


 „Turangalîla ist das Spiel um die Zeit, die durch die Sanduhr rinnt oder wie ein Pferd galoppiert“, so beschreibt der Komponist Olivier Messiaen das aus dem altindischen Sanskrit stammende Wort und bezeichnet damit seine ungewöhnliche Orchesterkomposition.


Die „Turangalîla“-Sinfonie ist so groß besetzt wie nur wenige andere sinfonische Werke und so lang wie eine Sinfonie von Anton Bruckner oder Gustav Mahler. Ein architektonisch durchkonstruiertes Werk von großer Klanggewalt: Mächtige Klangblöcke wechseln sich ab mit zart-verträumten Melodien und vertrackten Rhythmen. Spiritualität, Liebe, Natur, der Tristan-Mythos und die reiche Welt des Vogelgesanges: All diese Themen hat Olivier Messiaen in diese Sinfonie eingebracht. Aus dieser Mannigfaltigkeit heraus ist sie groß orchestriert und mit zwei Solo-Partien versehen: einem Klavierpart, der so aufwändig wie ein Klavierkonzert ist, und einem Part für ein elektronisches Instrument, das heute kaum noch zu finden ist - die „Ondes Martenot“ („Martenot-Wellen“). Kein Wunder, dass sich kaum ein Orchester an dieses Werk heranwagt. In Chemnitz wurde es bisher nur ein einziges Mal (1994) aufgeführt. Zum 9. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie unter Leitung von Frank Beermann steht es wieder auf dem Chemnitzer Konzertplan - am 16. und 17. Mai 2012.


Doch in ein oder zwei Aufführungen ist die „Turangalîla“ nur ansatzweise zu erfahren. Generalmusikdirektor Frank Beermann hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen umfassende Gelegenheit zu bieten, sich dieses Werk zu erschließen und mit  der Musik vertraut zu werden. Über mehrere Monate hinweg werden sich die Schüler innerhalb eines Projektes mit der „Turangalîla“ beschäftigen. Am Tag des ersten Konzertes, also am 16. Mai 2012, präsentieren die Projektteilnehmer die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit der „Turangalîla“ auf verschiedene künstlerische Weise im Foyer der Stadthalle.


Auf den Aufruf zur Teilnahme am Turangalîla-Projekt meldeten sich Grundschüler, Mittelschüler, Gymnasiasten und Berufsschüler. Die Resonanz zeigt zum einen, dass man mit kreativen Projekten Schüler aller Stufen und Schulformen ansprechen kann. Zum anderen wird deutlich, dass sich Kinder und Jugendliche für neuere Musik und experimentelle Projekte ohne Vorbehalte interessieren, dass sie offen und neugierig sind.


Die Reise zu Olivier Messiaen und seiner „Turangalîla“-Sinfonie spannt sich über mehr als ein halbes Jahr und durchläuft folgende Stationen:


1. Infogespräch
In einem ersten Gespräch am 27. September 2011 erläutern Generalmusikdirektor Frank Beermann und Theaterpädagogin Heike Vieth im Chemnitzer Opernhaus das Projekt, Kindern und Jugendlichen die „Turangalîla“-Sinfonie nahezubringen und sie zu einem kreativen Schaffensprozess anzuregen. Lehrer/innen von 19 Einrichtungen sind der Einladung gefolgt.


2. Teilnehmer
Zehn Schülergruppen melden sich und erklären ihre Teilnahme.


3. Einführende Workshops ab November 2011
Workshops zum Thema „Musik und bildende Kunst“ veranschaulichen den Kindern und Jugendlichen die Besonderheit der beiden Künste und Möglichkeiten ihrer Verbindung.  Das Kennenlernen der „Turangalîla“-Sinfonie soll eine bildnerische Auseinandersetzung nach sich ziehen, die Entstehung einer Skulptur steht als ein Ziel.


4. Workshops zur Musik ab Dezember 2011
In Konzerten tauchen die Kinder und Jugendlichen in die Musik des französischen Komponisten ein. Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie unter Leitung von Hanna Hilsberg oder Benjamin Fuhrmann spielen das Werk in einer kleinen Orchesterfassung  für neun Instrumente, kommentieren die Musik, stellen Messiaens Ideen, seine Motive, Rhythmen, Klangkombinationen vor.


5. Inspiration im Atelier
Wolf-Dietrich Leimcke hat seine neuen Atelierräume am Luisenplatz gerade bezogen und lädt  Lehrer und Schüler, die am „Turangalîla“-Projekt der Theater Chemnitz beteiligt sind, am 4. Januar 2012 um 16.00 Uhr zu einem ersten Kennenlerntreffen ein. Gemeinsam geht es um’s Pläne schmieden für ein großes Vorhaben. Zur Musik der „Turangalîla“-Sinfonie von Olivier Messiaen werden Schüler Skulpturen entwerfen und bauen. Ideen dafür sind schon in den Köpfen. Nun sollen die Konzepte konkretisiert, Materialien ausgewählt und die Schaffensphasen in den Schulen koordiniert werden. Wolf-Dietrich Leimcke hält dabei die Fäden zusammen, wird den Kindern und Jugendlichen bei ihrer kreativen Arbeit in der Schule mit Rat und Tat zur Seite stehen. Er hat für die Betreuung der Schüler auch seine Tochter Sarah gewonnen, die nach ihrem Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bereits Erfahrungen mit Schulprojekten sammeln konnte.


6. Workshops zum Rhythmus ab Januar 2012
Frank Lange und André Schieferdecker, Schlagzeuger der Robert-Schumann-Philharmonie, entdecken mit den Kindern und Jugendlichen die Rhythmen der  „Turangalîla“-Sinfonie. Die Schüler beschäftigen sich mit den Rhythmen, sie versuchen, sie zu spielen und dazu zu improvisieren.


7. Die Arbeit an der Skulptur
Die Schülergruppen wählen sich Materialien wie Holz, Metall oder Kunststoff frei aus und finden, ausgehend von ihren Höreindrücken der „Turangalîla“-Sinfonie, eine bildnerische Übersetzung als Skulptur, Plastik, Collage. Die entstandenen Objekte der Schüler werden zu einem Gesamtwerk zusammengebaut, werden als Einzelteile ein Ganzes bilden.  Die Chemnitzer Künstler Sarah und Wolf-Dietrich Leimcke begleiten die Schüler in diesem Entstehungsprozess.


8. Texte zum Thema Liebe
Olivier Messiaens Frage nach der höchsten Form der Liebe sucht nach Antworten von Schülern.


9. Die Präsentation am 16. Mai 2012
Zum 9. Sinfoniekonzert haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, die Ergebnisse ihrer kreativen Auseinandersetzung mit der „Turangalîla“-Sinfonie ab 18.00 Uhr im Foyer der Stadthalle zu kommentieren und zu zeigen.


10. Das Konzert am 16. und 17. Mai 2012
Nach der Konzerteinführung durch den Generalmusikdirektor Frank Beermann jeweils um 19.00 Uhr im Großen Saal der Stadthalle erklingt um 20.00 Uhr Olivier Messiaens „Turangalîla“-Sinfonie – für die teilnehmenden Schüler als Höhepunkt und Abschluss des Projekts.



Das Fax-Formular zur Anmeldung für Schülerkonzerte und Regenbogenkonzerte HIER zum Download.