"Das scharlachrote Siegel"

„blickpunkt musical“ schreibt in der Ausgabe Januar-März 2017:
„(…)
Im Opernhaus Chemnitz kam das Stück (…) in Kooperation mit dem Theater Bielefeld zur Aufführung. Roland Hüve zeichnet auch in Chemnitz für eine Inszenierung verantwortlich, die witzig und abwechslungsreich über die Bühne geht. (…) Die Choreographien von Jochen Schmidtke spiegeln authentisch die Epoche des Stücks wider und sind unterhaltsam (…). Christof Cremer stattet die Figuren mit zeitgemäßen, authentischen Kostümen aus und lässt seiner Kreativität vor allem bei den an Travestie erinnernden Kostümen für die englischen Adligen in ‚Die Erschaffung des Mannes‘ freien Lauf. Witzig ist ebenfalls die Idee, einen der kämpfenden Adligen in Frankreich als Frau zu verkleiden.
Das Bühnenbild ist zweckmäßig (…). Ein schöner Einfall (…) ist es, durch Flaggen am oberen Bühnenrand anzuzeigen, ob wir uns gerade in England oder Frankreich befinden.
(…)
Veit Schäfermeier spielte Sir Percy Blakeney bereits in Bielefeld und macht in Chemnitz eine gute Figur. (…) ein überzeugender Anführer des Untergrundkampfes, der durch Witz und geistreiche Einfälle besticht. Seine warme und volle Stimme verleiht seinen Liedern Wohlklang, darunter das ‚Gebet‘ als vielleicht bekanntester Song des Stücks. (…) Zudem erweist sich dieser Percy als ebenbürtiger Gegenspieler Chauvelins. Diesen gibt Alexander Franzen mit überzeugendem fanatischem Glauben an die Ideale der Revolution, durch den er jedoch immer wieder die fast schon verzweifelte Liebe zu Marguerite durchschimmern lässt. (…) Die Frau zwischen beiden Männern und gleichzeitig Ländern gibt Stefanie Köhm mit differenziertem Spiel und kraftvoller Stimme. Als gefeierte Schauspielerin brilliert sie ebenso wie als verzweifelte Ehefrau. Sowohl ihre Solotitel als auch die Duette gefallen.
Die zweite starke Frau ist die Künstlerin Marie Grosholtz, die in der besuchten Vorstellung von SDarah Kuffner gespielt wird. Obwohl ihre Rolle nur klein ist, füllt sie jeden ihrer Auftritte präsent aus. An Sir Percys Seite stehen sieben weitere Kämpfer, von denen jeder auf seine Art und weise einzigartig porträtiert wird. Aufgrund des Rollenumfangs sticht vor allem Thomas Klotz als Armand Saint-Just hervor (…). Positiv in Erinnerung bleiben außerdem Thomas Mäthger als Farleigh, Philipp Dietrich als Ozzy und vor allem Johannes Brüssau als Elton, der durch sein bewusst tuntiges Spiel die Lacher auf seiner Seite hat und als Kämpfer in Frankreich sogar in Frauenkleidern eine gute Figur macht. Erwähnt werden muss auch John Wesley Zielmann, der mehreren kleinen Rollen Profil verleiht und so unter anderem dem Prince of Wales oder auch Jessup, Percys Butler, (…) viel Tiefe gibt (…).
Statisterie und Opernchor agieren rollendeckend (…). Die jungen Mitglieder der Ballettschule des Opernhauses haben ihren großen Moment gleich zu Beginn des Stücks als kleine Engel bei einem Auftritt von Marguerite Saint-Just.
(…)
Die Robert-Schumann-Philharmonie unter der musikalischen Leitung von Jakob Brenner bringt die (…) fast schon epischen Melodien, die so typisch für den Komponisten Wildhorn sind, gut zum Klingen.
Insgesamt holen alle Beteiligten das Beste aus der Vorlage heraus und halten die Balance zwischen Komödiantischem und Ernsthaftigkeit. Die Witze kommen an, die Melodien klingen, die Geschichte fesselt (…) der Zuschauer erlebt in Chemnitz ein gut aufgelegtes, spielfreudiges Ensemble und einen kurzweiligen Abend mit (…) einem Happy End für das ‚Scarlet Pimpernel‘.“ (Lisa-Maria Mehrkens)  

 

„musicals“ schreibt in Ausgabe 12/2016:
„(…) englische Adlige kämpfen gegen die übermächtige Madame Guillotine. Was auf den ersten Blick sehr trocken klingt, wird auf der Bühne wunderbar zum Leben erweckt. Der Plot reiht sich perfekt in die Welt der Mantel-und-Degen-Filme ein und enthält Parallelen zu ‚Robin Hood‘, ‚Zorro‘ und Konsorten. Eine schwierige Zeit, die Bösewichte und Helden hervorbringt, eine Liebe, um die gekämpft wird, und am Ende ein unerwartetes Happy End.
Ausstatter Christof Cremer arbeitet mit Prospekten, die entweder von der Decke herabgelassen werden oder auch gern mal von Hand bedient werden. Die Szenerie wirkt stets sehr klar und strukturiert und wird nicht überladen. Das Beleuchtungskonzept von Holger Reinke spielt dabei wirkungsvoll mit den Farben der französischen Flagge, der Trikolore. Eine für den Zuschauer hilfreiche Idee ist es, dass der jeweilige Handlungsort durch eine Flagge, die von der linken bzw. rechten Bühnendecke herabhängt, deutlich gemacht wird – so weiß man immer, ob man gerade in Frankreich oder England ist. Die Kostüme sind ein Hingucker. Wer das Musical bereits kennt, wird dabei natürlich zuerst an die Szene ‚Die Erschaffung des Mannes‘ denken, und es ist wahrhaft ein Augenschmaus, mit welchen Kreationen die englischen Adligen ausstaffiert werden – Rüschen, Rüschen und nochmals Rüschen. Aber auch Chauvelin, auf der Bühne liebevoll als ‚Shoviling‘ betitelt, kann mit seinem in Schwarz gehaltenen Kostüm und Vampirumhang einen guten optischen Eindruck hinterlassen. Und Marguerite Saint-Just als einzige weibliche Hauptrolle kann sich in ihrer Ausstaffierung auch nicht über mangelnde Abwechslung beklagen.
Kleider machen zwar Leute, aber auf der Bühne werden die Figuren natürlich erst durch eine entsprechende Regie perfekt in Szene gesetzt. Was sehr auffällt, ist, dass die Dreiecksbeziehung zwischen Sir Percy Blakeney, Chauvelin und Marguerite Saint-Just nun noch besser im Fokus steht. So wurde ‚Das Mädchen von früher‘ als Szene weiter nach hinten geschoben und bekommt nun eine klarere Definition. Die Zerrissenheit der Saint-Just zwischen ihrer Vergangenheit und der Zurückweisung ihres neuen Mannes wird sehr deutlich herausgearbeitet und verleiht den Figuren mehr Tiefe als in der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals in Halle. Ein Highlight ist die szenische Umsetzung des Verwirrspiels, in der sich die drei Protagonisten durch das Ensemble winden, das sich Masken vor seine Gesichter hält.
Bei der Auswahl der Besetzung hat man alles richtig gemacht. In Chemnitz engagierte man zahlreiche Gastdarsteller, was der Qualität ungemein zugutekommt. Veit Schäfermeier, der die Rolle des Sir Percy Blakeney bereits in Bielefeld gespielt hat, schafft es perfekt, die Balance zwischen den komischen und ernsthaften Momenten der Show auszuloten. Köstlich, wie er als Percy die zweite Identität als Scarlet Pimpernel vor seiner Frau geheim hält und sich den ‚wichtigen‘ Dingen des englischen Adels hingibt. Doch auch in Sachen Gesang macht es Spaß, Schäfermeier zuzuhören. Für Stefanie Köhm in der Rolle der Marguerite Saint-Just scheinen die Wildhorn-Balladen wie geschaffen. Mit Wohlklang und starker Präsenz kann sie den Zuhörer begeistern. Toll gelingt es ihr auch, die innere Zerrissenheit glaubhaft auf die Bühne zu bringen. Alexander Franzen als Chauvelin ist der geborene Bösewicht. Sowohl stimmlich als auch darstellerisch gibt er den energischen Verfechter von Frankreichs neuen Idealen in allen Facetten. In der Rolle des Armand, Marguerites Bruder, hat Thomas Klotz nur eine kleine Rolle, die er aber überzeugend spielt. Mit Frank Bahrenberg, Philipp Dietrich, Johannes Brüssau, Thomas Mäthger, Christoph Apfelbeck und Andreas Goebel wird die Truppe um Percy komplettiert.
(…) bei dieser Aufführung stimmt auch der Sound. Unter der musikalischen Leitung von Jakob Brenner erklingen die Kompositionen kraftvoll, leidenschaftlich und mitreißend aus dem Orchestergraben – so, wie es sein soll! Ein Theaterabend, der wunschlos glücklich macht!“ (Dirk Schmerler) 

 

Der „Stadtstreicher“ schreibt in Ausgabe 11/2016:
„(…) Die scharlachrote Pimpernelle: Sir Percy trägt sie auf seinem Siegelring und so wird sie zugleich sein Alias, als er mit einigen weiteren Hofmännern in den französischen Untergrund geht. Aus der kriminellen Doppelrolle zieht das Musical (…) eine erhebliche Portion Witz. Denn am englischen Hof tragen diese heimlichen Musketiere nun mit Fleiß das absurd läppischste Getue und die übertrieben eitle Rüschenverliebtheit zur Schau, um so jeden Verdacht von sich abzulenken: eine Travestie, die dem Percy des Veit Schäfermeier mitsamt seinen Kumpanen ausnehmend gut gelingt. Schäfermeier hat dabei nicht nur die ideale Stimme für den Musical-Helden, er hat als Ehemann, Widerstandskämpfer, verkleideter Spion und nicht zuletzt als hirnverbrannt geckenhafte Hofschranze den Löwenanteil an Handlung zu tragen und in Schwung zu halten, und auch das glückt ihm dank einer von Szene zu Szene wachsenden Bühnenpräsenz.
Sein Gegenspieler und damit der Böse des Ganzen, Bürger Chauvelin – heißt so viel wie Kahlköpfling und schofel ist er natürlich außerdem -, hat in Alexander Franzen einen ebenso präsenten Darsteller und die ebenso passend ideale Stimme gefunden: Mit ihrer stählernen Schärfe oder, wo nötig, rauen Gefährlichkeit sorgt er für reichlich Schauder. Eine der besten Szenen vielleicht, als er allein auf weiter, nacht-dämmriger Bühne seine finstere Wut hinausschreit und der wehende schwarze Mantel sein satanisch rotes Inneres aufleuchten lässt. (…)
Die musikalisch und vor allem rhythmisch interessantesten Songs hat Chauvelin und haben die von Percy angeführten Ensembles. In deren bewegten Auftritten bewährt sich am besten eine durchwegs flüssige Regie und in ihnen (…) findet auch die deutsche Übersetzung der Liedverse zu Verve und Esprit. Kurz: Hier dürfte (…) der nächste Chemnitzer Musical-Erfolg seinen Anfang genommen haben.“ (Eske Bockelmann)


Der „Online Merker“ schreibt am 24.10.2016:
„Nach ‚Jekyll & Hyde‘ lernten die Chemnitzer nun ein weiteres Musical aus der Feder Frank Wildhorns kennen, dessen Aufführung (…) reichlich Publikumsgunst quittieren durfte. (…) Löbliches möchte ich (…) den von Pietro Numico einstudierten Damen und Herren des Chores und der Choreographie Jochen Schmidtkes attestieren.
Dem Regisseur Roland Hüve, der sich der Fabel ohne Schnickschnack annahm und diese mit spürbarer Freude an der Sache schlüssig umsetzte, ist eine solide Arbeit zu bescheinigen. Einen tüchtigen Mitstreiter fand er in dem Gesamtausstatter Cristof Cremer, dem die prächtigen Kostüme ebenso zu verdanken waren wie das blitzschnelle Verwandlungen ermöglichende, mit sparsamen Mitteln gestaltete Bühnenbild, dem es dennoch nicht an der erforderlichen Atmosphäre für die jeweiligen Handlungsorte mangelte.
(…) Alexander Franzen (Chauvelin) bestätigte vehement das Gerücht, zwielichtige Aufgaben seien am Theater die interessanteren. Hier stand ein Mann auf der Bühne, der mit sadistischer Häme brillierte, sich aber gleichzeitig darum sorgte, die Figur nicht vollkommen zu denunzieren und sie deshalb mit einer freilich arg verschütteten Menschlichkeit anreicherte.“ (Joachim Weise)
 

Die „Freie Presse“ schreibt am 17.10.2016:
„Mit dem ‚Scharlachroten Siegel‘ hat sich die Oper Chemnitz ein (…) Musical für eine (…) sehenswerte Premiere ausgesucht.
(…) Wie ein Batman in Kniebundhosen mimt Sir Percy Blakeney in England den überkandidelten Dandy, während er in Frankreich als selbstloser Kämpfer auftritt. Veit Schäfermeier gibt diesen spätbarocken Superhelden nicht nur mit ordentlich Pathos in der Singstimme, sondern vor allem mit komödiantischem Timing und ausufernder Mimik. So kommt an diesem Abend trotz des blurünstigen Hintergrunds der Geschichte der Humor nicht zu kurz. Sir Percy und seine adeligen Kumpane geben sich größte Mühe, ganz England davon zu überzeugen, dass sie harmlose Volltrottel sind – und haben damit auch beim Publikum Erfolg. Vor allem die Begegnungen zwischen Percy und Chauvelin, bei denen der ignorante Aristokrat den ernsthaften Bürger mit seiner vermeintlichen Oberflächlichkeit immer wieder zur Weißglut treibt, sorgen für große Erheiterung.
(…) Immer wieder spendet das Publikum den Szenenapplaus (…).
Roland Hüves Inszenierung dieses Musicals ist (…) höchst unterhaltsam. Neben Veit Schäfermeier machen auch Alexander Franzen als Chauvelin und Stefanie Köhm als Marguerite eine gute Figur. Auch das restliche Ensemble, Dirigent Jakob Brenner und sein Orchester sind in guter Form. (…)“ (Lea Becker)


Die „Chemnitzer Morgenpost“ schreibt am 17.10.2016:
„‘Das scharlachrote Siegel‘ feiert rauschende Premiere
(…) Der englische Adlige Percy (Veit Schäfermeier wunderbar ironisch und stimmgewaltig) verliebt sich in die Sängerin Marguerite (französisch frivol und mit klarem Gesang: Stefanie Köhm). Der Liebe steht aber Chauvelin (Alexander Franzen mephistophelisch-charismatisch mit beeindruckender Bühnenpräsenz), Marguerites Ex und ein Diener der Revolution, im Weg. (…) Höhepunkt ist der spannend choreografierte Degenkampf der drei Hauptprotagonisten.
Für die humorvoll-rasante Inszenierung von Roland Hüve kreierte Christof Cremer Bühnen und Kostüme im Stil des 18. Jahrhunderts mit viel Liebe zum Detail und einer großen Portion Humor.
Dafür und für die großartige Leistung der Sänger gab es am Ende vom Premierenpublikum 15-minütige Standing Ovations und eine Zugabe von Orchester und Ensemble.
(…)“ (vw)


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Das sagt der Förderverein der Theater Chemnitz