Im Wald ist man nicht verabredet

von Anne Nather

(Deutsche Erstaufführung)


Premiere: Samstag, 01.10.2011, Ostflügel



„Im Wald ist man nicht verabredet, wer sich im Wald trifft, bei dem hat das Schicksal zugeschlagen.“


Simon steht bis zum Bauch in einem See und wartet auf einen Blitzeinschlag. Er ist todkrank und sucht jeden Tag neue Mittel und Wege, seinem Leben möglichst schnell ein Ende zu setzen. Anton sieht ihm vom Ufer aus dabei zu, mit einem Kotflügel unter dem Arm. Er baut im Keller ihres gemeinsamen Hauses eine überdimensionale Skulptur aus den Überresten, die die Zivilisation der Natur überlassen hat. Die beiden Brüder haben sich in den Wald zurückgezogen, leben dort abgeschottet von der Außenwelt.


Eines Tages tritt Elsie aus dem Uhrschrank. Sie ist auf der Suche nach einem roten Faden in ihrem Leben, den sie sich durch ihre zahllosen Nacherzählungen von Filmhandlungen zusammenbastelt. Sie betritt ungefragt das zweisame Leben der Brüder. Als willkommene Abwechslung und Eindringling zugleich bringt sie Dynamik an den entlegenen Ort und die Ahnung, dass sich die Dinge nachhaltig ändern werden.


Am Ende ist Simon tot. Anton bastelt weiter im Keller an der Skulptur, die niemals fertig wird. Und Elsie ist schon längst auf dem Weg zum Ball der schlechten Herzen.


In poetisch beziehungsvollen Szenen entfaltet die Autorin Anne Nather in ihrem Stück eine Dreiecksgeschichte, die mehr als nur von Abhängigkeit, Liebe und Eifersucht erzählt.

Fast einem Märchen gleicht die reizvolle Kombination dieser drei Menschen, die sich in einem rätselhaften Kosmos befinden. Biografie- und geschichtslos bewegen sie sich durch die Zeit, die aber gleichsam stillzustehen scheint. Mit dem Eintreffen „der Fremden“ wird die Geschwisterwelt auf eine harte Probe gestellt: In der zunehmenden Annäherung, in den skurrilen und zugleich seltsam traurigen Momenten spüren sie, dass sie eine(r) zu viel sind.


Die Autorin Anne Nather studierte „Szenisches Schreiben“ an der Universität der Künste Berlin. Ihr Stück entstand im Autorenlabor am Düsseldorfer Schauspielhaus in der Spielzeit 2008/2009 und erlebte seine Uraufführung am Schauspielhaus Zürich. Es wird nun erstmals am Schauspiel Chemnitz als Deutsche Erstaufführung zu sehen sein.


Dauer: 1 Stunde und 20 Minuten / keine Pause


Altersempfehlung: ab 14 Jahren


Pressestimmen zu dieser Inszenierung finden Sie HIER.